Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro

Wirtschaftsprofessorin und ehemaliges Mitglied des deutschen Weisenrates

Wenige Frauen haben eine derart fulminante Karriere in der männerdominierten Finanzwelt gemacht wie die junge Schweizerin. Ausgebildet bei IWF und Weltbank, Fed und OECD, hat Beatrice Weder de Mauro führend bei internationalen Entwicklungs- und Finanzprojekten mitgearbeitet. Ihr stupendes Wissen stellte und stellt sie als Professorin für Finanzwissenschaft an mehreren Universitäten, als Mitglied im Weisenrat der deutschen Bundesregierung und als (siebensprachige) Star-Referentin Ihrer Veranstaltung zur Verfügung!

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So stellt man sich jemanden aus der globalen Top-Liga der Ökonomik eigentlich nicht vor: Jung, blond, cool am Snowboard und weiblich. Expertin für Makroökomie der Finanzmärkte und gleichzeitig „Mikroökonomin“ als Hausfrau und Mutter. Professor Dr. Beatrice Weder di Mauro ist einen außergewöhnlichen Lebensweg gegangen und hat eine singuläre Karriere daraus gemacht. Geboren 1965 in Basel, dann Kindheit in Guatemala, wo der Vater bei Ciba-Geigy arbeitete; mit 16 zurück in die eidgenössische Heimat und „als ich in die Schweiz zurückkam, fragte ich mich, warum geht es den Menschen hier so gut und in Guatemala geht es ihnen so schlecht?“ Eine Neugier nach wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen war geweckt, die die Schülerin Beatrice nicht losließ. Armut, Instabilität, Korruption und Guerilla waren prägende Eindrücke und die Studienwahl fiel auf die Volkswirtschaftslehre. Nach dem Doktorat mit einer Dissertation über die Schuldenkrise Lateinamerikas ergab sich die Chance auf die denkbar beste „Lehrstelle“: Washington mit drei Jahren beim Internationalen Währungsfonds und zwei Jahren bei der Weltbank mit der Betreuung strategischer ökonomischer Change-Prozesse in Kirgistan, Rumänien und Aserbeidschan.
Praxisorientierung statt Metatheorie blieb der Maßstab in der Laufbahn von Beatrice Weder de Mauro, wenn auch die nächsten wichtigen Stationen akademisch waren: Titularprofessorin für Nationalökonomie an der Uni Basel 2000, 2001 dann Professorin für internationale Wirtschaftsbeziehungen und internationale Finanzmärkte an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, Gastvorlesungen in Harvard und an der UNO-Hochschule in Tokio, Praktikum an der amerikanischen Notenbank FED – dazu Beratung der Deutschen Bundesbank, der OECD und anderer Institutionen und seit 2004 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Auftrag der deutschen Bundesregierung. Damit als erste Frau, als erste Ausländerin und als jüngstes Mitglied in diesem Ökonomen-Olymp, der den eindrucksvollen Titel „Die fünf Wirtschaftsweisen“ trägt. Sie zählt seit 2009 auch zum Beraterkreis des österreichischen Finanzministers Josef Pröll.
Als bekannteste Wirtschaftswissenschafterin im deutschsprachigen Raum hat Beatrice Weder di Mauro in den Zeiten von Weltwirtschaftskrise, Bankendesastern und Kapitalismuskritik viel zu tun und viel zu sagen. Zahlreiche Medienauftritte, Gastkommentare und Vorträge sind die Podien für ihre wirtschaftspolitischen Analysen und Botschaften. Eine ihrer Kernthesen: Es braucht eine schonungslose Restrukturierung der Bankenlandschaft, viele Banken haben immer noch fundamentale Solvenzprobleme – auf lange Sicht müssen Staatsgarantien für Geldinstitute durch ein Haftungssystem der Eigentümer ersetzt werden. Die Frau Professor kann das der ganzen Welt erklären, denn sie spricht sieben Sprachen: deutsch, englisch, spanisch, italienisch, französisch, russischen, japanisch.

Themengebiete

Geldwirtschaft und Finanzmarkt, Politik, Wirtschaft

Sprachen

Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

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