Peter Habeler

Extrembergsteiger, Skipädagoge und Autor

Die Welt der Berge übt im „Land der Berge“ eine ewige Faszination aus. Die österreichische Allzeitgröße im Alpinismus ist der Tiroler Extrembergsteiger Peter Habeler, der gemeinsam mit Reinhold Messner 1978 den Mount Everest ohne Sauerstoff bezwang. Grenzerfahrungen jenseits der 8000 Meter, Auswüchse und Kommerzialisierungstendenzen sind die Vortragsthemen des Zillertalers, der packend über die Höhen und Tiefen des Bergsports zu erzählen weiß.

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Wahrscheinlich war das erste, was Peter Habeler nach seiner Mutter wahrgenommen hat, das Gebirge. Wer im engen Zillertal in Tirol auf die Welt kommt, wird geprägt von hochaufragenden Felsen und ihrer magischen Anziehungskraft. Und wenn dann noch das spielerische Bewegungstalent in der steilen Natur dazukommt, dann macht so ein Bub mit elf Jahren bereits seine ersten schweren Bergtouren. Mit 16 ist Peter Habeler schon zu Hause in den vertikalen Wänden. Er lernt noch Kunstglaser, aber der Alpinismus ist sein Leben. Er macht eine Bergführer- und Skilehrer-Ausbildung, gründet eine Alpinschule und später eine Skischule.
Aber er will höher hinaus. Spektakuläre Erstbegehungen in den Rocky Mountains begründen seinen internationalen Ruf als Extrembergsteiger: Als erster Europäer durchsteigt er die Big Walls im kalifornischen Yosemite Nationalpark und den El Capitan. Er klettert in den Anden und den Alpen, er steigt durch die Eiger-Nordwand in 9 Stunden und auf das Matterhorn in 4 Stunden und er begründet gemeinsam mit Reinhold Messner eine neue, gleichsam reduzierte, einfache Form des Bergsteigens mit nur leichter Ausrüstung – ohne Lager, ohne Träger, ohne Fixseile, ohne Sauerstoffflasche.
Dieses Thema wird im Himalaya aktuell: 1978 schaffen Habeler/Messner das für unmöglich Gehaltene und stehen als erste Menschen ohne Sauerstoff-Gerät auf dem Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. „Freudentränen, Erschütterung, Leere“ fasst er seine Impressionen später zusammen. Ein Erlebnis am Rand des Todes. „Ich habe keinen Berg besiegt“, sagt Peter Habeler, „ich wurde geduldet“. Auch auf anderen 8000er-Riesen: Dem Cho Oyu, dem Nanga Parbat, dem Kangchendzönga, dem Gasherbrum I . „Auf den Bergen der Welt zu Hause“ heißt eines seiner Bücher und ein anderes: „Der einsame Sieg“. In ihnen befasst er sich nicht nur mit dem Berg als Quelle der Kraft und Ruhe, sondern auch mit dessen Kommerzialisierung: „Über den Expeditionen schweben die Dollarzeichen“.
Peter Habeler ist auch Skipädagoge – unter anderem mehrere Jahre in Jackson Hole in den USA – und seit 1999 Professor. Der prominenteste Bergsteiger Österreichs – verheiratet und Vater zweier Söhne – hat den Titel für sein alpinistisches Lebenswerk erhalten. Wie ein Junger fegt er immer noch über seine verschneiten Zillertaler Hänge – eine Ikone der Bergwelt.

Themengebiete

Ethik und Gesellschaft, Sport

Sprachen

Deutsch

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