Dr. Klaus Liebscher

Ehemaliger Gouverneur der Österreichischen Nationalbank

Klaus Liebscher war Raiffeisen-Generaldirektor und dann Präsident und Gouverneur der Wiener Notenbank mit Sitz und Stimme in der Europäischen Zentralbank und im Internationalen Währungsfonds. Einer der anerkanntesten Fachleute des Finanzwesens. Klaus Liebscher spricht über die richtigen Lehren aus der Finanzkrise, die Perspektiven des österreichischen Bankensektors und die richtigen Antworten auf den Casino-Kapitalismus.

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Klaus Liebscher ist – um „Die Presse“ zu zitieren – „einer der professionellsten und erfahrensten Notenbanker auf der österreichischen und europäischen finanzwirtschaftlichen Bühne.“ 40 Jahre in vielen Funktionen im Bankenbereich haben ihn mit vielen Herausforderungen konfrontiert – von den Auswirkungen von 9/11 auf Österreich bis zum Bawag-Skandal – aber eines ist Dr. Klaus Liebscher geblieben: Optimist. „Für jedes Problem gibt es eine Lösung und nach dem (oft reinigenden) Gewitter kommt die Sonne.“
Sein Befund: „Österreich hat ausgezeichnete Unternehmen mit einer gut ausgebildeten Mitarbeiterschaft. Die Menschen sind fleißig, sie sind vital, sie sind kulturbewusst, sie sind unternehmungslustig. Alles gut für die wirtschaftliche Zukunft“. Miesmachen und Schlechtreden sind für ihn die Hauptfehler. In Wahrheit hätte intelligente Struktur-, Wettbewerbs- und Standortpolitik Österreich zu einem der erfolgreichsten und globalisiertesten Länder der Erde gemacht.
Liebscher verschließt nicht die Augen vor der Krise, doch der heimische Finanzmarkt „ist grosso modo gesund“. Der Staat ist nur als „letzter Retter in der Not gefordert.“ Liebscher selbst ist hier als Vorstand der Finanzmarkt-Beteiligungs-AG des Bundes wieder aktiv und dreht eine berufliche Ehrenrunde – nach 28 Jahren bei der Raiffeisen-Zentralbank, davon 7 Jahre als Vorstandsvorsitzender, als Präsident und dann Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, damit als eines der 12 Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank der Euro-Länder, als Gouverneur Österreichs beim Internationalen Währungsfonds, als Präsident der Wiener Börse und einiges mehr.
Liebscher hat damit die nationale und internationale Stabilitäts-, Konjunktur- und Antiinflationspolitik mitgeschrieben, hat in Österreich zahlreiche kapitalmarktpolitische und steuerpolitische Reformen angestoßen und war immer ein Mahner und Hüter der Budgetdisziplin – staatliches Schuldenmachen bereitet ihm keine Freude. Genauso wenig wie das modische Comeback des Staates als Antwort auf den „Casino-Kapitalismus“ – Liebscher bleibt überzeugter Marktwirtschaftler. Und die Einführung des Euro in Österreich bleibt der Meilenstein im Berufsleben dieses „Gentleman des Geldes“ mit seiner sonoren Stimme und seiner souveränen Aura, die Zuhören zu einem Vergnügen macht.

Themengebiete

Geldwirtschaft und Finanzmarkt, Wirtschaft

Sprachen

Deutsch, Englisch

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